
Entscheidungen
Kann man sich einfach für das Glück entscheiden?
Zumindest ist Glück viel häufiger eine Entscheidung, als uns bewusst ist. „Ich würde ja etwas ändern, aber ich kann nicht, weil ich diese und jene Verpflichtung habe.“ In diese Falle bin ich auch getappt. Natürlich will ich hier nicht dafür plädieren, unserer Verantwortung nicht gerecht zu werden oder jemanden im Stich zu lassen, wenn es mal unangenehm wird. Aber wir sollten unsere Verpflichtungen und daraus resultierende Abhängigkeiten hinterfragen, wenn sie uns auf Dauer mehr Kraft kosten als zurückgeben – egal ob im Job, in Beziehungen jeglicher Art oder sogar bei unseren selbst gesetzten Zielen. Wenn uns etwas auf Dauer mehr Energie nimmt als gibt, ist das immer ein Warnzeichen. Und das sollten wir als Anstoß nehmen, etwas zu ändern. Wir müssen innehalten und ehrlich in uns hineinhören. Oft liegt die Antwort schon lange in uns, wir brauchen nur den Mut, ihr zu folgen.
Außerdem hängt unser heutiges Glück von vergangenen Entscheidungen ab, und unser zukünftiges Glück von unseren heutigen Entscheidungen. Klingt nach Glückskeks, ist aber wahr. Diese Erkenntnis bietet uns eine große Chance. Denn so liegt die Möglichkeit in unseren eigenen Händen, Entscheidungen aus der Vergangenheit neu zu treffen und unserem Leben eine andere Richtung zu geben. Wir haben selbst einen Einfluss darauf, wie unsere Zukunft aussehen soll. Fragt euch: Wenn diese Situation euch jetzt schon kaputt macht, wie soll das dann erst in 10 oder 20 Jahren werden? Oder auch nur in 2 Jahren? Es wird niemand kommen und euch retten. Ihr müsst den Schritt zur Veränderung selbst machen. Ich sage nicht, dass es einfach ist. Aber es ist möglich. Ich denke dabei an die Mutter einer ehemaligen Kollegin, die sich mit 82 Jahren dazu entschieden hat, ihren Mann und damit ihre unglückliche Ehe zu verlassen.
Die wichtigste Entscheidung, die wir treffen können, ist, unsere Reaktionen, Muster und Glaubenssätze zu reflektieren und sie, wenn nötig, zu durchbrechen. Das erfordert viel Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Wenn ich fest daran glaube, dass die Welt mir nur Böses will, und ich deshalb im Selbstmitleid versinke, dann ist das eine Entscheidung. Denn ich kann mich auch dafür entscheiden, Verantwortung für mein Wohlergehen zu übernehmen. Ich kann schädigende Verhaltensweisen aufgeben und gesunde annehmen. Ich kann Menschen, die mir nicht guttun, fernhalten oder ihnen sogar den Rücken kehren. Ich kann mir ein gesundes Umfeld suchen.
Und ich kann mich entscheiden, wie ich auf Schmerzhaftes reagiere, das mir passiert. Mit Hadern und Selbstmitleid verlieren Menschen viel Lebenszeit. Das wollte ich für mein Leben nicht. Ich habe mich entschieden, nicht wegen meiner Kinderlosigkeit in Bitterkeit zu versinken. Ich habe die Entscheidung getroffen, die Liebe meiner Nichte und meines Neffen anzunehmen und meine Rolle als Gomo mit Liebe, Verantwortung und Dankbarkeit auszufüllen. Und ich habe mich entschieden, mich für alle in meinem Umfeld zu freuen, die das Glück haben, Eltern zu werden. Warum gibt es eigentlich das Wort Mitleid, aber nicht Mitfreude? Das würde hier jetzt gut passen.
Ich wünsche euch von Herzen, dass ihr euch immer für das Glück entscheidet. Es ist oft nicht einfach, aber es lohnt sich immer!
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