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Schönheit

„Schönheit ist ein Grundbedürfnis.“

Was geht in euch vor, wenn ihr diesen Satz hört?

Und löst der Gedanke, dass Schönheit und Glück zusammengehören sollen, Zustimmung oder Ablehnung in euch aus?

Ich habe lange damit gerungen, den Begriff „Schönheit“ positiv zu bewerten. Ich habe ihn mit Oberflächlichkeit und Eitelkeit assoziiert. Inzwischen sehe ich das anders. Schönheit berührt etwas in uns und weckt ein Gefühl der Harmonie. Uns mit Schönheit zu umgeben, nährt unser Inneres. Und wir alle haben ein Recht darauf.

Ein Gericht nicht nur auf einen Teller zu klatschen, sondern es auch hübsch anzurichten, macht es zu etwas Besonderem. Eine Kerze, eine Blume oder ein Bild geben einer Wohnung gleich etwas Heimeliges, vor allem, wenn sie aufgeräumt ist. Es geht hier nicht darum, sich und sein Leben „instagrammable" zu machen, sondern um etwas viel Tieferes: Wenn ich mir die Mühe mache, mein(en) Leben(sraum) harmonisch zu gestalten, dann bedeutet das, dass ich denke, dass ich es wert bin, in Schönheit zu leben. Wie sehr man das ausweitet, ist persönlicher Geschmack und hängt natürlich auch von den Möglichkeiten eines jeden ab. Aber ganz sicher kann jeder Chaos aus seiner Umgebung entfernen.

Wir können und wir müssen sogar Schönheit bewusst suchen und kultivieren. Das kann in einer Kunstausstellung sein. Poesie ist ebenfalls eine Quelle der Schönheit, genauso wie Tanz oder Musik. Unser Zugang mag auch darin bestehen, uns schön zu kleiden und zu schminken. Wichtig dabei ist, dass wir das nicht aus einem Gefühl des „Nicht-hübsch-genug-Seins“ tun, sondern aus dem Bedürfnis heraus, uns selbst Anerkennung zu zollen.

Auch materielle Schönheit an sich ist nichts Schlechtes. Ich habe eine Weile gebraucht, um das zu verstehen. Was wir dabei nie vergessen dürfen: Schönheit sollten wir immer mit Wertschätzung begegnen. Sie bloß zu konsumieren, macht sie schal und oberflächlich. Es ist ein Unterschied, ob ich mir ein paar Schuhe kaufe und mich dann jedes Mal darüber freue, wenn ich sie trage, oder ob ich sie zu den anderen 300 Paar in den Schrank stelle und mich auf die nächste Shoppingtour mache.

Die Meisterin der Schönheit ist die Natur. Zu beobachten, wie Rosen jeden Tag eine bisschen mehr aufblühen und duften, ist für mich persönlich der Inbegriff von sich entfaltender Schönheit. Und es macht mich glücklich.

Schönheit zu kultivieren hat nichts mit Flucht zu tun oder damit, sich Negativem nicht stellen zu wollen. Im Gegenteil. Uns einen Sinn für Schönheit zu bewahren, hilft uns, in schweren Zeiten nicht zu verzweifeln und mental gesund zu bleiben.

Schönheit ist also nicht nur ein Grundbedürfnis, sondern auch Seelennahrung, Medizin und ein Ausdruck von Wertschätzung für uns selbst und für andere. Kultiviert sie! Ich verspreche euch, das wird euch glücklich machen.

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